Auf die Zinsen von Studienkrediten achten

Im Hörsaal zu sitzen muss man sich auch leisten können: Wie finanzieren?

Der Gedanke klingt gut: Studienkredite sollen auch Frauen und Männer aus finanzschwächeren Familien den Zugang zu Universitäten ermöglichen. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland einen Markt für diese speziellen Finanzprodukte. Allerdings unterscheiden sie sich zum Teil erheblich in den Kosten. Deshalb sollten Studenten bei Studienkrediten auf die Rückzahlungszinsen achten. Bei Zinssätzen gebe es Unterschiede zwischen 1,3 und 8,9 Prozent, erklärten die Autoren des aktuellen CHE-Studienkredit-Testes.

Die Testautoren raten Studenten, auch das Kleingedruckte der Verträge stets sorgfältig zu prüfen: Denn der Zinssatz der Rückzahlungsphase etwa wird bei manchen Anbietern erst nach dem Studium vereinbart. Zum Beispiel die Deutsche Bank sowie die Sparkassen Essen, Herford, Leipzig, Lübeck und Bodensee lassen die Rückzahlungsmodalitäten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses offen und legen die Zinshöhe erst bei Fälligkeit des Kredits fest. Der Zinssatz für die Rückzahlungsphase ist allerdings eine entscheidende Stellschraube: Er bezieht sich auf die gesamte bis dahin ausgezahlte Darlehenssumme, und die Rückzahlung dauert deutlich länger als die Auszahlung.

Unter den Studienkrediten sind vor allem staatliche Anbieter beliebt: Die Hälfte der rund 50.000 jährlich abgeschlossenen Verträge war im vergangenen Jahr ein KfW-Studienkredit. Mit maximal 650 Euro je Monat fördert der KfW-Kredit auch Zweitstudiengänge, Weiterbildung und Promotionsvorhaben. 19.000 Abschlüsse verzeichnete der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes, der in fortgeschrittenen Studienphasen einen Abschluss ermöglichen soll.

Insgesamt stehen in Deutschland ungefähr 850 Millionen Euro für Studienkredite zur Verfügung. Sie werden bereitgehalten von staatlichen Anbietern, Studentenwerken, bundesweit tätigen Banken, regional verankerten Sparkassen und Volks-/Raiffeisenbanken sowie Bildungsfonds.

 

 

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