Barrierefrei wohnen: Diese Maßnahmen helfen

Zu voll gestellte Räume, zu niedrige Möbel, zu hohe Türschwellen – viele Hindernisse können den Alltag zuhause beschwerlich machen. Um diese Barrieren zu erkennen, gibt es professionelle Hilfe. Die Stiftung Warentest hat geprüft, was Wohnberater vorschlagen. Es muss nicht gleich ein Umbau sein. Schon kleine Veränderungen bewirken viel.

Bedarf nach komfortablen Wohnungen

Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen hierzulande ist groß. Von 11 Millionen Seniorenhaushalten sind gerade mal rund 5 Prozent barrierefrei. Neubauten allein können diesen Bedarf nicht decken. Die Lösung: Wohnungen müssen möglichst barrierefrei, sicher und komfortabel umgestaltet werden. Fachleute nennen das Wohnungsanpassung und helfen Stolperfallen in der Wohnung zu entdecken und zu beseitigen. Lohnt es sich, Wohnberater um Rat zu fragen? Wir haben mit zwei Haushalten am Beispiel einer Mietwohnung und eines Eigenheims Wohnberatungen getestet. Zwei Erkenntnisse der exemplarischen Tests: Die Berater konnten unseren Testern zwar die Augen für Barrieren öffnen. Sie gingen aber eher auf bauliche Probleme ein.

Umbau ist nur ein kleiner Teil

Wohnungsanpassung bedeutet aber nicht zwangsläufig Umbau. In der Praxis machen bauliche Veränderungen nur etwa ein Drittel aus. Schon Hilfsmittel wie Haltegriff oder Duschhocker und einfache Veränderungen in der Ausstattung bewirken viel. Erhöhte Sitzmöbel erleichtern zum Beispiel das Aufstehen, weniger Möbel bringen mehr Bewegungsfreiheit, Bewegungsmelder steigern die Sicherheit im Dunkeln. Diese Dinge kosten nicht viel. Sie ermöglichen Älteren aber, länger aktiv und selbstständig zu wohnen. Ein barrierefreies Zuhause wissen aber auch Familien mit Kindern zu schätzen.

Zwei Beratungen enttäuschten

In unserem Auftrag ließen sich zwei Testhaushalte jeweils dreimal beraten – von einem Mitarbeiter eines Wohlfahrtverbandes, einem Vertreter einer kommunalen Beratungsstelle und eines selbstständigen Architekten. In dieser Stichprobe enttäuschten zwei von sechs Wohnberatern. Eine Beraterin hielt einen Umzug für das Beste und gab wenig Hinweise zu Hilfsmitteln oder kleinen Maßnahme, die für jede Wohnung hilfreich sind. Eine andere Beratung fand quasi nur am Küchentisch statt. Die anderen Wohnberater konnten die Tester durchaus motivieren, etwas in der Wohnung zu ändern. Bei allen Testberatungen kamen aber einfach umsetzbare Maßnahmen und die persönliche Situation der Ratsuchenden oft zu kurz.

Viele beraten kostenlos

Egal ob Schlafzimmer, Küche oder Bad – eine Musterlösung für alle gibt es nicht. Wer praktische Tipps sucht, kann sich an eine der bundesweit mehr als 250 Wohnberatungsstellen wenden. Träger sind Städte und Gemeinden, Wohlfahrtsverbände und Vereine. Mitarbeiter von reinen Wohnberatungsstellen oder von Pflegeberatungsstellen beraten kostenlos und unabhängig. Größere Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften bieten für ihre Mieter Beratung an. Auch bei Selbstständigen können sich Ratsuchende informieren. Teilweise ist die erste Beratung auch bei Architekt oder Handwerker kostenlos, weil sie oft für einen Umbau engagiert werden wollen.

Umbauten günstig finanzieren

Wenn die Modernisierungspläne feststehen, geht es an die Finanzierung. Die gute Nachricht hier: Modernisierungskredite sind zurzeit rekordverdächtig günstig – die Zinssätze liegen bei ab 2,4 Prozent. Die Experten von Finanztest haben Modernisierungsdarlehen von 55 Anbietern untersucht und sagen, wo es das Geld für die altersgerechte Wohnung am günstigsten gibt.

Quelle: http://www.test.de

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